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RÜCKBLICK SCHUBERT FESTIVAL WIEN 2016

Auch heuer war diese Veranstaltungsreihe wieder ein einzigartiges musikalisches Fest!

Es begann mit einem Hochamt zum Pfingstsonntag am 15. Mai in der Schubertkirche mit Schuberts großer Messe in Es-Dur D 950, bei der wir eine „goldene Hochzeit“ mitfeiern durften, welche auch vom Jubelpaar dankenswerterweise finanziell unterstützt wurde. Mit den Solisten Julia Koci (Sopran), Martina Steffl (Alt), Franz Fahrleitner und Wolfgang Hamedinger (Tenor), Marcus Pelz (Bass) und Bruno Petrischek an der Schubertorgel, mit Chor und Orchester der Schubertkirche Lichtental unter der bewährten Leitung von Friedrich Lessky bildete diese Aufführung einen großartigen Auftakt, von dem Ausführende und Kirchenbesucher sichtlich sehr ergriffen waren.

Im Schubertsaal des Wiener Konzerthauses fand am 19. Mai ein Abend mit Liedern aus Schuberts letztem Lebensjahr (1828) statt, dem Franz Grillparzers Aussage bezüglich seines Zeitgenossen und Freundes Schubert vorangestellt war: „Er hieß die Dichtkunst tönen und reden die Musik.“ Sowohl um das Einbetten als auch Hervorheben dieser besonderen Lieder hinsichtlich Schuberts persönlicher, literarischer, geistesgeschichtlicher und politischer Situation ging es dem Programmgestalter und Rezitator Herbert Zeman in seinen Ausführungen rund um die musikalische Präsentation.

Der Tenor Daniel Johannsen war mit seiner verhaltenen Interpretation der Werke „Der Winterabend“ D 938, „Die Sterne“ D 939, „Auf dem Strom“ D 943, „Herbst“ D 945 und „Glaube, Hoffnung und Liebe“ D 955 im 1. Teil bemüht und unterstrich die tiefgründige Dramatik dieser musikalischen Kleinode mit Mimik oder „lässigem“ z.T. ironisch - distanziertem Vortragsstil. „Das Fischermädchen“ D 957/10, „Ständchen“ D 457/4, „Frühlingssehnsucht“ D 957/3, „Ihr Bild“ D 457/9 und „Der Doppelgänger“ D 957/13 bildeten den 2.Teil des Programms; schließlich wurde das Publikum noch mit drei schönen Zugaben ( „Die Taubenpost“ , „An die Laute“ und „Bertas Nachtlied“) bedacht.

Der Hornist Robert Lorenzi bereicherte mit feinen Tönen das Lied „ Auf dem Strom“ und vermittelte in dieser Besetzung stimmungsvolles musikalisches Flair der Biedermeierzeit.

Der erfahrene und bekannte Liedpianist Charles Spencer stellte erneut sein subtiles Verständnis für die Musik Schuberts gepaart mit perfekter Technik unter Beweis.

Es war eine originelle Idee, in Schuberts Geburtshaus am 21. Mai den Nachmittag (von 14-18 Uhr) „Leiermann - Variationen“ zu widmen.

Dieses letzte Stück aus Schuberts „Winterreise“ wurde zu Beginn durch die Stimme von Nataša Mirkovic und dem Drehleier – Spezialisten Matthias Loibner zu einem nachdenklich stimmenden Auftakt im sonnenbeschienenen Hof des Schuberthauses. Auch die angebotenen Führungen mit Clara Kaufmann und Elke Doppler (durch die Adalbert Stifter-Gedenkräume) wurden dankbar angenommen.

Musikalisch überzeugten souverän sowohl Christian Scholl auf seiner Violine als auch Eduard Kutrowatz am Klavier mit Leiermanntranskriptionen von Franz Liszt und Franz Schubert (Sonate a-moll D 385) auf ihren Instrumenten im nahezu überfüllten Vortragsraum. Die Leiermann-Improvisationen für Saxophon und Klavier waren ein besonderes „Zuckerl“ für die versammelten Schubert-Freunde, da der spezielle „sound“ des Saxophons ( hervorragend gespielt von Edgar Unterkirchner) die zeitgenössische Improvisationskunst in wunderbarer Weise mit der Grundstimmung des „Leiermann“ und anderen Werken aus der „Winterreise“ in Verbindung brachte.

 

Copyright Christian Schwarz Wien Museum

Originale Lieder aus der „Winterreise“ für Tenor und Klavier konnte man gegen Ende dieses herrlichen Nachmittags – der in Kooperation mit WIEN MUSEUM veranstaltet wurde – mit dem strahlenden Tenor Herbert Lippert und dem Experten Eduard Kutrowatz am Klavier genießen. Deren fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit wurde schließlich durch die Präsentation der CD Sonderedition „Drüben hinterm Dorfe…“ (Schuberts Winterreise D 911) dokumentiert und angeboten.

Bestellungen unter office@schubertgesellschaft.at möglich

Ein zweites Festwochen – Hochamt gestaltete in der Schubert-Kirche der Wiener Lehrer-A-Cappella - Chor unter der Leitung von Maximilian Oppl am 22. Mai. Die vierstimmige „Missa stylo a cappella“ von Antonio Salieri, Lehrer und Gönner von Schubert, wurde durch das „Gloria“ aus dessen „Deutscher Messe“ D 872 ergänzt. Die stilistisch so unterschiedlichen Werke von Moritz Hauptmann (1792-1868) „Verleih uns Frieden gnädiglich“, Andrea Gabrielis (1533-1585)„ Alleluja“, der 23. Psalm vom Zeitgenossen Ulf-Dieter Soyka (geb.1954) vertont und „Ubi caritas“ von Maurice Duruflé fügten sich festlich-besinnlich in das Messgeschehen und gaben dem „Dreifaltigkeitssonntag“ eine besondere Note. Dem Chor wurde zu Recht kräftig applaudiert.

Das „MuTh“ (Konzertsaal der Wiener Sängerknaben) war am 24. Mai Austragungsort eines großartigen Orchesterkonzerts. Davor hatten Interessenten die Möglichkeit, ein feinfühliges und kluges Interview des Dirigenten des Abends Michael Lessky mit dem Schubert-Spezialisten und – Forscher Brian Newbould zu erleben, welcher sich u.a. um Schuberts Sinfonie Nr.10 in D-Dur verdient gemacht hat. Diese erklang in beherzter Aufführung der Jungen Philharmonie nach der Pause.

Brian Newbould und Michael Lessky

Zuvor beeindruckte die Sängerin Dshamilja Kaiser mit fünf Liedern Schuberts in der Orchesterfassung von Max Reger – zu dessen 100. Todestag am 11. Mai – („Im Abendrot“ D 799, „An den Mond“ D 296, „Nacht und Träume“ D 827, „Erlkönig“ D 328, „An die Musik“ D 547) durch reife Interpretation mit sattem Timbre, Wortdeutlichkeit und Ausstrahlung. Nach dem „Kupelwieser-Walzer“ D Anh.I,14 (Orchesterfassung von Gottfried von Einem) konnte die Sängerin, getragen von der Jungen Philharmonie unter feinem Dirigat erneut als Solistin mit „An die Hoffnung“ op.124 (Text: Hölderlin) von Max Reger brillieren.

Dshamilja Kaiser mit der Jungen Philharmonie

Das letzte Konzert des Festivals fand am 31. Mai in der Schubertkirche als fulminanter Schlusspunkt statt. Im ersten Teil faszinierte der aus ehemaligen Sängerknaben bestehende „Chorus Viennensis“ unter der Leitung von Florian Maierl mit dem Tenorsolisten Gernot Heinrich und dem Pianisten Clemens Zeilinger, welcher für den verhinderten Eduard Kutrowatz bravourös eingesprungen war, in der Präsentation von Schuberts „Cantate zur 50-jährigen Jubelfeier des Herrn von Salieri“ D 441, dem „Nachtgesang im Walde“ D 913, „Nachthelle“ D 892, „Gondelfahrer“ D 809, „Mondschein“ D 875 und „Im Gegenwärtigen Vergangenes“ D 710.

Nach der Pause, welche man mit kleinem Buffet im renovierten Biedermeierhof genießen konnte, boten „VieVox“, ein Doppelquartett aus ehemaligen Solisten der Wiener Sängerknaben die absolute Spitze männlicher Gesangs- und Ensemblekultur. Von D 848 „Nachtmusik“ über „Grab und Mond“ D 893, „Der Geistertanz“ D 494, „Gesang der Geister Über den Wassern“ D 538, „Der Entfernten“ D 331, „Liebe“ D 983A, „Zum Rundetanz“ D 983 B steigerte sich das Geschehen. Man war als Zuhörer geneigt, aufgrund der Liedinhalte, Schuberts genialen Vertonungen und der perfekten Wiedergabe (insbesondere im piano), immer wieder den Atem anzuhalten – schöner kann man Schubert nicht singen!

Gerta Steinringer


Rückblick Festkonzert 29. Jänner 2016

Auch heuer konnten wir wieder anlässlich Schuberts Geburtstags (31.1.1797) einen besonde-ren Konzertabend der Schubert-Gesellschaft Wien-Lichtental genießen. Dankenswerterweise wurde den hochkarätigen Künstlern Eva-Maria Riedl (Mezzosopran), Christian Scholl (Violine) und Eduard Kutrowatz (Klavier) erneut der Festsaal der Bezirksvorstehung Alsergrund zum Motto „Nacht und Träume“ zur Verfügung gestellt, und diese boten wahrlich eine „traumhafte“ Performance. Diesmal war der gesamte erste Teil Schubert gewidmet, wobei durch eine Bearbeitung für Violine und Klavier von Fritz Kreisler des dritten bekannten „Moment musical“ (D780, f-moll) am Beginn zu einer Bearbeitung für Singstimme, Violine und Klavier von E. Kutrowatz des Liedes „Nacht und Träume“ (D827) am Ende ein wunderbarer Rahmen gegeben war. Dazwischen wechselten einander Solo-Duo und Trio-Besetzung in fließenden Übergängen ab, sodass durch Lieder wie „Du bist die Ruh“ (D776) oder eine Romanze (D114) bzw. Walzer aus D145 und D146 und das Allegretto in Es-Dur Nr.2 aus den berühmten „Drei Klavierstücken“ D946 ein äußerst stimmungsvolles, geschlossenes und doch sehr differenziertes Gesamt-Klangbild ergaben.



Nach der Pause, für die ein zusätzlicher renovierter Raum (mit Erfrischungen) geöffnet wurde, erfreute die Zuhörer Musik des Zeitgenossen Arvo Pärt mit „Fratres“ (Brüder) für Violine und Klavier, wobei Herr Scholl seinem Instrument (aus 1860) subtilste Töne entlocken konnte. Ebenso bezaubernd interpretierte danach Eva-Maria Riedl die auch textlich so wundervolle „Mondnacht“ von Robert Schumann, einem großen Bewunderer Schuberts, gefolgt von „Violons dans le soir“ von Camille Saint-Saëns, welches die so vielseitigen Musiker perfekt aufeinander abgestimmt wunderschön musizierten.

Mit den Werken der drei letzten Komponisten des Abends, nämlich „Des Tages laute Stimmen schweigen“ und Consolation Nr.3 von Franz Liszt, „Die Nacht“ op.10 Nr.3 von Ri-chard Strauss und „Träume“ (aus Wesendonck-Lieder) von Richard Wagner wurde vielerlei geoffenbart, nicht zuletzt wie sehr Schuberts Genialität in Ideen und Techniken weit über seine Zeit hinaus wirksam ist, dass in den kunstvollen Bearbeitungen ihrer Werke für Sing-stimme, Violine und Klavier durch den Pianisten E. Kutrowatz neue Facetten zum Tragen kommen und schließlich mit diesen Stücken zur Thematik „Nacht und Träume“ eine grandiose Stille im Raum (im Gegensatz zu Faschings – oder Demonstrations- Klamauk) geschaffen werden kann. Möge dieser überwältigende Eindruck für alle Beteiligten noch lange anhalten!

Gerta Steinringer

SCHUBERT FESTIVAL WIEN 2015

RÜCKBLICK

Mit einer „Zugabe“ von Schuberts „Ungeduld“ (mit den letzten Worten „Dein ist mein Herz und soll es ewig bleiben!“) gingen Samstag (30.Mai) Nachmittag in Schuberts Geburtshaus in der Nussdorferstraße die großartigen künstlerischen Darbietungen des heurigen Festivals sehr erfolgreich zu Ende.

Ein großzügiger Bogen spannte sich in diesen Tagen vom Eröffnungskonzert im MuTh (dem Konzertsaal der Wiener Sängerknaben im Augarten) am 21. Mai bis zur letzten Veranstaltung. Einen mächtigen Auftakt bildete die estnische Sopranistin Katrin Targo mit Schuberts „Ellens Gesang I, II, III - D 837, 838, 839“, wobei diesmal vom ersten Stück die Uraufführung einer Instrumentation von Judit Varga und dem souveränen Dirigenten des Abends, Michael Lessky, zu hören war. Gesang II „Jäger, ruhe von der Jagd“ (Instrumentation: Johannes Brahms) und Gesang III, das bekannte „Ave Maria“ (Instrumentation: Felix Weingartner) erklangen subtil und überzeugend ins begeisterte Publikum. Große Bewunderung erntete danach ebenfalls die russische Pianistin Anna Volovitch mit dem monumentalen Konzert für Klavier und Orchester Nr.1 in b-Moll, op. 23 von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, dem die noch relativ jung erscheinende Künstlerin in jeder Hinsicht gewachsen war. Nach der Pause konnte sich die leistungsstarke Junge Philharmonie Wien mit ihrem engagierten Dirigenten M. Lessky und die zahlreiche Zuhörerschaft den wundervollen Klängen von Schuberts Großer Sinfonie in C-Dur, D 944, hingeben.

Auch zum feierlichen Hochamt zum Pfingstfest am Sonntag, 24. Mai, in Lichtental war die Schubertkirche zur Musik seiner Messe in B-Dur, D 324, gut besucht. Unter der bewährten Leitung von Hofrat Friedrich Lessky machte dieses heuer 200 Jahre alte Werk durch starke Chor- und Orchesterpräsenz und hervorragende Solisten (Julia Koci: Sopran, Martina Steffl: Alt, Franz Leitner: Tenor, Markus Pelz: Bass) bei den Besuchern nachhaltig positiven Eindruck.

Die abendliche Serenade am 27.Mai, welche heuer aufgrund von Renovierungsarbeiten im Biedermeierhof ebenfalls in der Schubertkirche stattgefunden hat, brachte „Kammermusik der Wiener Klassik, wie Schubert sie geschätzt hat.“ Die originelle Besetzung des „Wiener Quintett“ durch Klarinette (Herbert Faltynek) und Streichquartett (Regina Florey: Violine, Florian Schönwiese: Violine und Viola, Dietmar Flosdorf: Viola, Edda Breit: Violoncello) spielte eher selten zu hörende, kostbare Stücke: Zwei Fragmente (das von F. Beyer ergänzte Streichtrio in G-Dur KV 562 a = Anh.66 von W. A. Mozart und der Streichquartettsatz in c-Moll D 103 von Franz Schubert), ein Andantino in g-Moll für Streichquartett, Perger 136, von (Schubert nachweislich geschätztem) Joh. Michael Haydn, ein Quintett in B-Dur, op. 95 von Franz Vinzenz Krommer und die letzte, großartige Kammermusikkomposition von Max Reger, nämlich sein Klarinettenquintett in A-Dur, op.146. Sowohl feine musikalische Gestaltung als auch einvernehmliche Ensemblearbeit konnten die Zuhörer überzeugen.

Ein weiteres „highlight“ des Festivals bot sich dem Wiener Konzert-Publikum am 29. Mai im Schubert-Saal des Wiener Konzerthauses durch die Auftritte der Tenöre Herbert Lippert und des jungen Franz Gürtelschmied, sowie des Bassisten Wolfgang Bankl mit Eduard Kutrowatz am Klavier. Unter dem Motto „Liebe schwärmt auf allen Wegen“ wurden von den vier Herren Schubert - Lieder vom Wandern, Lieben und Trinken eindrucksvoll zu Gehör gebracht. Abwechselnd solistisch, im Duett oder Terzett, kraftvoll am Piano begleitet, wurde die erfrischende Bühnenpräsenz des jüngeren Künstlers in die Darbietungen seiner erfahrenen Kollegen angenehm eingebettet und mit anhaltendem Applaus verabschiedet.

Am nächsten und letzten Tag eröffnete nach einer freundlichen Begrüßung des Direktors des Wien-Museums, Mag. Christian Kircher, der „Einsiedlerchor“ – Schulchor der Volksschule Einsiedlergasse, Wien 5, unter der charmanten Leitung von Eva Reicher-Kutrowatz bei Schönwetter im Hof des Schubert-Geburtshauses mit Katharina Stemberger als Geschichtenerzählerin einen abwechslungsreichen und stimmungsvollen Nachmittag, der in Kooperation mit WIEN MUSEUM veranstaltet wurde. Die aus vielen verschiedenen Ländern stammenden Schülerinnen und Schüler traten sichtlich mit Freude und Stolz (auch solistisch) gesanglich auf und erfreuten die Anwesenden mit Schubert-Liedern (Kanons) und österreichischen Volksliedern. Das Motto „Fremd bin ich eingezogen…“ der ersten Stunden wurde vom Thema „Ostwind“ abgelöst. Eduard Kutrowatz kam wiederum (auch mit verbindenden Worten) stark zum Einsatz, Schauspielerin Katharina Stemberger las aus dem Roman „Schubert“ von Peter Härtling berührende Passagen, womit sich das Eintauchen in die Atmosphäre des äußeren und inneren Geschehens bei Schubert eindrucksvoll verdichtete. Die Sopranistin Cornelia Hübsch bezauberte durch gut geführte und ausdruckstarke Stimme mit F. Schuberts „Suleika“, “Ganymed“ und „Der Zwerg“, präsentierte sich weiter (unter dem Grundgedanken „Licht und Liebe“) gemeinsam mit dem strahlenden Tenor Gernot Heinrich in „Nachtstück“, “An den Mond“, „Licht und Liebe“ und „Punschlied“. Die vier programmgemäß abschließenden, besonders tiefgründigen Werke „Du bist die Ruh“, „Wanderers Nachtlied“, „Ständchen“(Leise flehen meine Lieder) und „Gute Nacht“ (Fremd bin ich eingezogen) machten Schuberts ganze Genialität erneut (nicht zuletzt durch ein einfühlsames und erprobtes Künstlerteam) erlebbar.

Allen Verantwortlichen für die hohen künstlerischen und organisatorischen Qualitäten bei diesem Festival herzlichen Dank und Respekt!

Gerta Steinringer

 

 

 


RÜCKBLICK:

Festkonzert 30. Jänner 2015

Das Festkonzert am Vorabend zu Schuberts 218.Geburtstag am 30. Jänner 2015 im Festsaal der Bezirksvorstehung Alsergrund geriet zu einem äußerst eindrucksvollen Erlebnis! Das exzellente, seit 2007 bestehende Kreisler Trio Wien (Bojidara Kouzmanova-Vladar,Violine; Axel Kircher,Viola; Luis Zorita,Violoncello) musizierte im ersten Teil die beiden in B-Dur komponierten Streichtrios (den Allegro-Satz D 471 und das 4-sätzige Trio D 581) mit sichtlicher und hörbarer Freude und Sicherheit. Mit diesen beiden frühen Werken konnte man sich wunderbar sowohl in die Atmosphäre des häuslichen Musizierens und im Konvikt von Schubert einfühlen als auch sein Bemühen erkennen und schätzen, einen individuellen Stil zu finden.

Nach der Pause (dankenswerterweise mit Wein vom Weingut Rauscher in Paudorf und Knabbergebäck gestärkt) war der stilistische und umfangmäßige Kontrast zum Streichquintett in C-Dur D 956 aus Schuberts letztem Lebensjahr natürlich erheblich. Bei der Darbietung dieses unbeschreiblich genialen Werkes wurde das Kreisler Trio mit Barna Kobori an der Violine und Christophe Pantillon am Violoncello zu einem perfekten Quintett ergänzt. Diese Aufführung erklang vom ersten bis zum letzten Ton von einer hochgradigen Spannung und Konzentration, es wurde den Tiefen und Gegensätzen in jeder Hinsicht nachgespürt: beinahe atemlose Stille zwischen den Sätzen, eine absolut stimmige und dem Werk gerecht werdende Interpretation, wobei die Musiker wohl an die Grenzen ihrer Möglichkeiten gehen mussten. Ein unvergesslicher Abend!

Gerta Steinringer



RÜCKBLICK: SCHUBERT FESTIVAL WIEN 2014

Vom 13. bis 22. Mai fand ein besonderes Schubert- Festival statt, da die Schubert-Gesellschaft in diesem Jahr ihr 3O-jähriges Bestehen feierte.


Die Konzertfolge begann am 13.5. im Schubertsaal des Wiener Konzerthauses mit dem bekannten Klavierduo der Brüder Johannes und Eduard Kutrowatz unter dem Motto „Ungarisches Divertissement“, bei welchem Werke von Franz Schubert (D 618,D 818,D 599,D 733) und Franz Liszt für Klavier zu vier Händen in gewohnter Virtuosität und musikalischer Überzeugungskraft zu hören waren.

Eine „Schubertiade in Lichtental“ (´Der heitere Schubert´) konnte man am 17.5. von 14-18 Uhr in Schuberts Geburtshaus genießen: Eintauchen in Schuberts häusliche und innere Welt bei einer Auswahl von Stücken für Violine und Klavier, dem „Rondeau brillant“ (D 895) bzw.ausgewählten Liedern, „Gruß und Abschied“ (Lieder und Melodram) und der „Arpeggione“ Sonate (D 821) für Violoncello und Klavier. Cornelia Hübsch (Sopran), Christian Scholl (Violine), Luis Zorita (Violoncello) und Eduard Kutrowatz (Klavier) unter der Programmeinführung von Herbert Zeman gestalteten einen stimmungsvollen Nachmittag, bei dem dankenswerterweise (in Kooperation mit Wien Museum) unentgeltlich alle Räume des Hauses zur Besichtigung offenstanden.

Zum Festgottesdienst am Sonntag den 18.5. in der Schubertkirche erklang die Große Messe in Es-Dur (D 95O) mit den Solisten Marie-Antoinette Stabentheiner (Sopran), Martina Steffl (Alt), Franz Leitner (Tenor I), Franz Fahrleitner (Tenor II), Marcus Pelz (Bass), an der Schubertorgel Josef Böck, mit Chor und Orchester der Schubertkirche Lichtental unter der bewährten Leitung von Friedrich Lessky - immer wieder für Ausführende und Kirchenbesucher ein großartiges Erlebnis. Anschließend gab es im nahe gelegenen Festsaal des Kolpinghauses Alsergrund einen wunderbaren Festakt, bei dem die herzlichen Ansprachen von hochkarätigen Musikdarbietungen umrahmt wurden: Kammersängerin Ildiko Raimondi und Kammersänger Robert Holl, der Konzertmeister der Wiener Philharmoniker Werner Hink und Eduard Kutrowatz erfreuten die Festgäste mit Werken von Franz Schubert vor einem reichhaltigen und schmackhaften Mittagsbuffet , zu dem die Firma WIESBAUER dankenswerterweise beigetragen hatte. Danach wurde eine schön gestaltete Festschrift verteilt, in welcher die Grußworte des Präsidenten Stefan Zapodocky, der zuvor gehaltene Festvortrag von Herbert Zeman, zwei ausführliche Beiträge von Erich Benedikt zu den 3O Jahren Schubert-Gesellschaft bzw. Franz Schubert und die Musik an „seiner“ Kirche, eine kleine Studie zu Schuberts Messen von Gerta Steinringer und ein Bericht zu den Internationalen Franz-Schubert- Chorwettbewerben von Friedrich Lessky mit bunten Fotos abgedruckt sind.

Einen weiteren Höhepunkt bildete sicher das Orchesterkonzert „Mozart und Schubert“ am 2O.5. im MuTh, dem neuen Konzertsaal der Wiener Sängerknaben. Mit dem einfühlsamen Dirigenten Michael Lessky brachte die sichtlich mit Freude musizierende Junge Philharmonie („Österreichs Elite-Nachwuchsorchester“) im 1.Teil Schuberts Ouverture zu „Fierabras“(D 796) zu Gehör. Es folgte Mozarts Konzert für Klavier und Orchester Nr.24 in c-Moll (KV 491) in technisch durchaus perfekter, etwas zurückhaltender doch musikalisch geschmackvoller Ausführung der Pianistin Zhu Xiao-Mei, welche mit diesem Konzert ihre Wien-Premiere feierte und dankbar den heftigen Applaus des Publikums entgegennahm. Nach der Pause stand Schuberts eher selten aufgeführte 2.Symphonie auf dem Programm, bei der die vielfältigen musikalischen Details der ideenreichen Partitur subtil herausgearbeitet wurden.

Im Biedermeierhof der Pfarre Lichtental fand am 22.5. das Abschlusskonzert („Der junge Schubert“) mit Kammermusik aus frühen Schaffensperioden statt. Das Concilium musicum musizierte auf Originalinstrumenten mit Christoph Angerer, Robert Neumann und Luis Morais an der Violine, Amarilio Ramalho Viola und Ute Groh am Violoncello virtuos!
Sätze aus Schuberts erstem Streichquartett und jenem in Es-Dur (D 87) , Ländler, Menuette (aus D 89) und das Rondo für Violine und Streicher in A-Dur (D 438) verzauberten die Besucher, welche danach im Pfarrhof auch noch die Möglichkeit hatten, auf den „lauschigen“ Abend und das im Ganzen überaus gelungene Festival mit einem Gläschen anzustoßen.

Gerta Steinringer


Sponsoren:

RÜCKBLICK:

Festkonzert 31.Jänner 2014

Unter dem schönen Titel „Nachthelle“ konnten wir auch heuer wieder (im 30.Jubiläumsjahr der Schubert-Gesellschaft) an Franz Schuberts 217.Geburtstag am 31.Jänner im (überfüllten) Festsaal der Bezirksvorstehung Alsergrund ein berührendes Festkonzert genießen.
Nach der freundlichen Begrüßung durch die Bezirksvorsteherin (M. Malyar) erklangen in der ersten Hälfte des Abends sieben Werke, bei denen sowohl der (gemischte) Wiener Kammerchor (unter der hervorragenden Leitung von Michael Grohotolsky) als auch der Tenorsolist Gernot Heinrich und der Pianist Eduard Kutrowatz subtile Einfühlung in Schuberts Musik in nahezu perfekter technischer Ausführung unter Beweis stellen konnten. Die sichtlich wohldurchdachte Programmauswahl (mit genauen Angaben zu den jeweiligen Werken von E. Benedikt im Programmheft) sorgte für erhabene und nuancenreiche Stimmung. (Danke den Sponsoren auch für die in der Pause gratis angebotenen Erfrischungen). Die zum Großteil tiefsinnigen Texte (z.B. von J. W. Goethe, H. Heine u.a.) hatten Schubert zu musikalischer Überhöhung von (unbeschwerter?) heiterer „Geselligkeit“ bis zu bedrückenden seelischen Angstzuständen im „Doppelgänger“ (diesen Abend auch in „doppelter“ Darbietung durch eine Transkription für gemischten Chor von Clytus Gottwald und dem anschließenden Original) von beschaulicher äußerer und innerer Ruhe bis zu Rastlosigkeit und Aufgewühltheit inspiriert.
Auch die Werke für Frauenchor und Männerchor getrennt beeindruckten durch Präzision und stimmliche Qualitäten. Die manchmal verhaltene, sehr verinnerlichte Interpretation des Tenorsolisten bewirkte beim Publikum vielleicht umso mehr Spannung und Aufmerksamkeit.
In die Mitte des 2. Teiles wurden die beiden Transkriptionen (für Doppel - bzw. gemischten Chor a cappella von C. Gottwald) gestellt, um wieder nach originalem Schubert‘schen „Klangzauber“ in der „Nachthelle“ den Tenorsolisten mit dem Männerchor und Klavier zu vereinen.
Der begeisterte Applaus der Zuhörer(innen) wurde mit einer Wiederholung des „Tanzes“ belohnt.

Gerta Steinringer


SCHUBERT FESTIVAL WIEN 2013

Unter diesem Titel fanden von 22. bis 26. Mai 2013 fünf Veranstaltungen statt.

Im Eröffnungskonzert am 22. Mai 2013 im neuen MuTh-Konzertsaal der Wiener Sängerknaben (Augarten) leitete Michael Lessky seine prominente Junge Philharmonie Wien in einem Programm aus Wolfgang Amadé Mozart und seinem enthusiastischen Verehrer Franz Schubert. Es verband in beiden Teilen Wohlbekannt-Berühmtes mit seltsamer Weise noch zu wenig Bekanntem.
Aus der „Zauberflöte“ die Ouvertüre, Paminas Klage-Arie und die Musik zur Feuer- und Wasser-Probe (nur Orchester), danach Mozarts Sopran-Einlagearie zu einer Wiener Privataufführung seines geliebten „Idomeneo“ (1786): „Non temer, amato bene“. Aber nicht die wenigstens selten zu hörende Komposition mit Klaviersolo (KV 489), sondern die so gut wie unbekannt gebliebene KV 490 mit Violinsolo – Julia Koci mit dem langjährigen Primarius des „Wiener Streichquartetts“ und Konzertmeister der Wiener Philharmoniker Werner Hink, der Schubertkirche Lichtental seit früher Jugend verbunden.

Schuberts grandiose „Unvollendete“, die h-Moll-Sinfonie von 1822, ist allbekannt als nur die ersten beiden Sätze umfassend. Aber das von ihm begonnene und fast bis zum Schluss skizierte Scherzo liegt ja vor und konnte von dem verdienstvollen englischen Schubert-Experten Brian Newbould überzeugend ergänzt werden. Dass der unter Zeitdruck arbeitende Schubert, der ein paar Monate später für die bei ihm bestellte Musik zu „Rosamunde“ eine früher komponierte Ouvertüre verwenden musste, als die umfangreiche Zwischenmusik im selben h-Moll das fertige Finale der Sinfonie nahm, ist nicht beweisbar, aber äußerst wahrscheinlich. Die glänzende Darbietung fand die wohlverdiente Zustimmung des Publikums und würde reiche Nachfolge verdienen.

Die Schubertiade am 24. Mai 2013 im Schubertsaal des Konzerthauses stand den historischen Vorbildern nahe – ein Verdienst des Programms und aller Ausführenden, insbesondere auch der einfühlsamen, kenntnis- und humorreichen Begleitung durch Univ.-Prof. Herbert Zeman und aller Mitwirkenden: Kammersängerin Ildiko Raimondi wieder bezaubernd, Michaela Selinger (Mezzosopran) und Eduard Kutrowatz am Klavier gestalteten 17 Lieder meist des jungen Schubert, davon 8 auf Texte meist des jungen Goethe; den Abschluss bildete Schillers „Punschlied, im Norden zu singen“ (D 253) als Duett. Dazwischen beeindruckten Luis Zorita (Violoncello) und der Pianist stark mit der berühmten „Arpeggione-Sonate“ (D 821), die Schubert eigentlich für eine in Wien 1823 erfundene Streichgitarre geschrieben hat.

Erich Benedikt

Die Serenade im Biedermeierhof am 23. Mai 2013 musste witterungsbedingt in der Schu-bertkirche stattfinden.
Franz Schuberts Streichtriosatz in B-Dur, D 471 erklang zu Beginn in subtiler Ausführung vom Kreisler-Trio Wien, gefolgt von W. A. Mozarts Quartett für Klarinette und Streichtrio KV 496, wobei in dieser Umarbeitung vom ursprünglich klassischen Klaviertrio die Klarinette (ein von Mozart geliebtes Instrument) wunderbar zur Entfaltung kam. Nach einer kurzen Pause steigerte sich das Klangerlebnis mit L. van Beethovens Septett in Es-Dur op. 2O erneut vor allem durch die Buntheit der verschiedenen instrumentalen Klangfarben, welche durch das Hinzutreten der Bläser Klarinette, Horn und Fagott zu den Streichern Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass gegeben war. Der Hörgenuss dieses harmonisch und kontrapunktisch feinst gearbeiteten damals dreißigjährigen Komponisten wurde durch die Überakustik des Raumes etwas getrübt, die Instrumentalisten gaben hingegen mit Erfolg ihr Bestes!

Gerta Steinringer

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Bei der Schubertiade im Geburtshaus Franz Schubert am 25. Mai 2013 präsentierte der Pianist Eduard Kutrowatz gemeinsam mit dem Literaturwissenschaftler Herbert Zeman hochkarätige Gäste (Kurt Equiluz, Cornelia Hübsch, Dora Deliyska) mit Liedern und Klavierstücken von Franz Schubert.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit WIEN MUSEUM

Den Abschluss bildete der Festgottesdienst am 26. Mai 2013 in der Schubertkirche Lichtental, in jener Kirche, in der Franz Schubert getauft wurde, als Sänger, Geiger und Organist gewirkt, und zum 100-jährigen Jubiläum der Kirche mit 17 Jahren seine erste große Messe (F-Dur) geschrieben und selbst dirigiert hat. Chor und Orchester der Schubertkirche (Leitung:
Friedrich Lessky) brachten Schuberts „Deutsche Messe“ in der Originalfassung für Chor, 13 Bläser, Pauken und Orgel zur Aufführung.


 

Schubert Festwochen Wien (8. April – 27. Mai 2012)

 


Unter dem Titel SCHUBERT FESTWOCHEN WIEN 2012 fanden im Mai drei erfolgreiche Konzerte der Schubert-Gesellschaft Wien-Lichtental statt.

Die Schubertiade „LiederFÜRST und ErKÖNIG" am 7.Mai im Schubertsaal des Wiener Konzerthauses umfasste einen Abend mit 16 Liedern aus den Jahren 1812(!) bis 1828, in die sich Daniela Fally (Sopran), der Tenor Herbert Lippert und der Bariton Adrian Eröd teilten, am Flügel begleitet von Eduard Kutrowatz und geistreich kommentiert von Univ.-Prof. Herbert Zeman; in dem selten zu hörenden „Auf dem Strom“ aus dem Todesjahr 1828 bezauberte zusätzlich Wolfgang Vladar mit dem hochromantischen, delikaten Hornpart. Das beliebte lustige Terzett „Der Hochzeitsbraten“ vereinte alle drei Singstimmen.

 


Am 15.Mai folgte das große FESTKONZERT in der Schubertkirche mit der Jungen Philharmonie Wien unter ihrem Dirigenten Michael Lessky. Der erste Teil bot nach der Intrade des Orchesters fünf Arien und vier Duette aus Schuberts großer Oper „Alfonso und Estrella“ (1821-22) auf ein Libretto seines Freundes Franz von Schober. Hier waren die drei Solisten Anna Korondi (Sopran) in der Rolle der Estrella, Alexander Kaimbacher, Tenor (der junge Alfonso) und der Bariton Daniel Serafin als dessen Vater, der vertriebene König Froila – ihm ist auch die zauberhaft instrumentierte Ballade vom Wolkenmädchen anvertraut. Die erste (gekürzte) Aufführung der Oper erfolgte 1854 in Weimar unter Franz Liszt.
Nach der Pause schloss sich Schuberts große Sinfonie in E-Dur vom August 1821 an, in der neue Wege gegangen werden. Die vom Komponisten nur im ersten Teil des 1.Satzes vollständig ausgeführte Partitur erklang grandios (zum ersten Mal in Österreich!) in der 1982 von dem überragenden englischen Schubert-Kenner Brian Newbould erstellten Rekonstruktion. Die zeitliche Nähe der „Unvollendeten“ h-Moll-Sinfonie kündigt sich an.

 

Der dritte Abend (23.Mai) unter dem Titel „SERENADE“ konnte glücklicher Weise bei bis auf wenige Regentropfen zwischendurch, günstigem Wetter im atmosphärisch und akustisch so geeigneten Biedermeierhof des Lichtentaler Pfarrhofs stattfinden. Mozarts so vertraute „Kleine Nachtmusik“ für Streichquintett und Schuberts leider selten zu hörendes geniales sechssätziges Oktett (1824) für Streichquintett, Klarinette, Fagott und Horn fanden in der makellosen Interpretation durch das junge „Ensemble Prisma Wien“ unter seinem Leiter, dem Geiger Thomas Fheodoroff, eine wirklich vollkommene Darbietung. Die klanglichen Vorzüge meisterhaft gespielter historischer Instrumente, für die ja die Meister der Vergangenheit wirklich geschrieben haben, wurden wieder einmal unter Beweis gestellt, einschließlich des virtuosen und heiklen Parts des ventillosen Naturhorns (noch bei Brahms!).

Erich Benedikt

 

 

     
     
>> Programme der bisherigen Internationaler Schubert-Tage